Es kreißte der Berg - und er gebar eine Maus !
von Siegfried Lautenschläger
So kurz vor Weihnachten ist die Zeit für frohe Botschaften. Also ließen die SWK über “NGZ“ und “WZ“ verkünden: Der Gaspreis sinkt ab Februar 2007.
(17.12.2006) Wow, dachte ich, als ich die fast identischen Schlagzeilen im NGZ Newsletter (Stadtwerke senken Gaspreis) und in der WZ (Stadtwerke senken Erdgaspreis) las. Haben sich die SWK endlich auf ihren eigentlichen Auftrag - zum Wohle der Bürger der Stadt Kaarst zu handeln - besonnen ?
Hatte doch Heinz Vogt, Geschäftsführer der SWK und Kämmerer der Stadt Kaarst, in der WZ vom 9. Dezember 2006 angekündigt, dass „...die Gaspreise ab Februar beträchtlich gesenkt werden sollen...“, nachdem Frau Anneli Palmen, SPD-Fraktionsvorsitzende, in der WZ vom 30. November 2006 gefordert hatte, „...die geplante Gaspreiserhöhung ab dem 1. Januar 2007 auszusetzen...." weil "der Ölpreis in den vergangenen Monaten um 25 Prozent gesunken" (ist).
Klasse, dachte ich, eine konzertierte Aktion zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Denn, wenn der Kämmerer in seiner Funktion als Geschäftsführer der SWK dem Bürgermeister Moormann in seiner Funktion als Vorsitzender des Aufsichtsrates der SWK sagt, "wo der Barthel den Most holt“, kann das nur zu einer beträchtlichen Preissenkung führen.
Doch weit gefehlt. Aus dem Ballon “beträchtliche Preissenkung“ entwich die heiße Luft und übrig bleibt eine Preisabsenkungsankündigung von sage und schreibe 3,26 % im Midi-Tarif - und dann erst ab Februar!. Den anderen Tarifen wird es wohl nicht besser ergehen. Zitat NGZ vom 13.12.06: "...vielleicht handelt es sich dabei nicht um die letzte Preisreduzierung 2007. Nach den jetzigen Prognosen stehen die Chancen gut, dass wir im kommenden Jahr den Gaspreis noch einmal senken können“, kündigt der Geschäftsführer Markus Barczik, NGW, an.
Ich frage mich: Wer ist hier Schmidt und wer ist Schmidtchen ?
Fazit
Nein Herr Barczik, nicht können ! Sie müssen den Gaspreis senken, wenn Sie Ihrer eigenen Ölpreisbindungsphilosophie folgen. Sie müssen - und zwar schnell und beträchtlich ! Oder überzeugen Sie uns vom Gegenteil, indem Sie Ihre Kalkulation vollständig offen legen.
Für uns Verbraucher kann es nur eine Devise geben: Dem Gaspreis per Widerspruch die Billigkeit absprechen und aktiv den Preis senken. Soll doch ein Richter entscheiden. Und das ist billig und nicht populistisch. Hier sind wir Schmidt und nicht Schmidtchen!!
Ein Letztes zum Schluss:
Der Gaspreis ist seit dem 1.1.2000 bis heute um 84,2% gestiegen (Grundlage: Midi-Tarif). Das traf und trifft besonders diejenigen hart, die mit dem Cent rechnen müssen.
Darum sehr geehrte Herren Geschäftsführer der SWK fordere ich Sie auf, den § 315 BGB gegenüber Ihrem Lieferanten ins Feld zu führen. Es ist Ihr gutes Recht ! Tun Sie es zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger !


