Fairer Gaspreis Kaarst

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Stadtwerke Kaarst erhöhen zum zweiten Mal in 2006 den Gaspreis

Die Katze ist aus dem Sack

von Siegfried Lautenschläger

“Preise liegen leicht über Normalwert“ und “SWK zur Anpassung des Standardtarifs gezwungen“ lauten die Schlagzeilen, welche Herr Barczik, einer der Geschäftsführer der Stadtwerke Kaarst und gleichzeitig Mitarbeiter der Firma Gelsenwasser AG, im Kaarster Stadtspiegel verkünden lässt.
Im Tarif ErdgasMaxi müssen wir Kunden ab 1. Oktober 2006 10,2 Prozent und im Tarif ErdgasMidi 9,9 Prozent mehr berappen. Von wegen “Preise liegen leicht über Normalwert“. Wer zwingt Sie denn zur 2. Anpassung in diesem Jahr, Herr Barczik?

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis

Wenn ich ein Pfund Äpfel auf dem Marktplatz einkaufen möchte, werde ich nicht die teuersten aber auch nicht die qualitativ schlechten billigsten Äpfel einkaufen. Preis und Qualität (sprich Leistung) müssen aus meiner Sicht stimmen. Zur Not kann ich ja auf Birnen ausweichen.

Natürlich will der Händler A soviel Geld wie möglich vom Kunden für seine Äpfel bekommen. Nur, wenn der Händlerkollege nebenan seine Äpfel billiger anbietet, wird Händler A auf seinen Äpfeln sitzen bleiben. Das kann er sich nicht leisten. Also bietet er einen Apfelpreis, der dem seines Kollegen gleicht oder möglicherweise sogar darunter liegt.
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Dieser Marktmechanismus funktioniert überall - wirklich überall ?

Dieser Mechanismus funktioniert dort nicht, wo der Händler das alleinige Recht besitzt, Obst zu verkaufen - er also ein Monopolist ist. Hier kann er schalten und walten, wie es ihm in den Kram passt. Preisanhebungen begründet er achselzuckend mit den Floskeln “Die Preise für Äpfel liegen leicht über dem Normalwert“ und “Ich bin zur Anpassung der Obstpreise gezwungen“.

Ich - König Kunde - bin sauer, aber ich könnte ja auf mein tägliches Obst verzichten. Nur: das will und kann ich nicht, weil Obst so gesund ist und mein Körper die Vitamine benötigt. Also zahle ich.

Das kommt Ihnen bekannt vor?

Genau so funktioniert der Gasmarkt. Die großen Gasimporteure haben den bundesrepublikanischen Gasmarkt unter sich aufgeteilt und diktieren die Preise. Und sie wissen, dass ich als Verbraucher nicht - selbst wenn ich es wollte - auf Gas verzichten kann. Meine Entscheidung für den Energieträger “Gas“ ist von heute auf morgen nicht umkehrbar. Als Eigentümer einer Immobilie bedeutet die Umstellung auf einen anderen Energieträger wie Holz hohe Investitionen (und: die Holzpreise fangen aktuell ebenfalls an zu steigen). Als Mieter zahle ich die vom Vermieter weiter gereichten Energiekosten.
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König Kunde contra Monopolist - geht das ?

Ja es geht ! Der § 315 des Bürgerlichen Gesetzbuches schützt uns Verbraucher vor dem unangemessenen Griff des Gasversorgers in unsere Geldbörsen, indem im Zweifel ein Gericht den angemessenen Preis feststellt.

Auch schützt dieser Paragraph die Stadtwerke Kaarst vor dem unangemessenen Griff ihres Lieferanten in die Geldbörse der Stadtwerke.

Wohl gemerkt: § 315 BGB schützt die Stadtwerke Kaarst. Sie könnten ihn ins Feld führen, aber sie tun es nicht. Warum: Weil die Stadtwerke eine 50%ige Tochter-gesellschaft der Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke GmbH (NGW) und diese eine 100%ige Tochter der Gelsenwasser AG sind und die Gelsenwasser AG ihr Gas vom Importeur e.on Ruhrgas - einer der Monopolisten - bezieht. Sie erkennen den Gasfluss zu Ihrem Verbrauchsgerät ?
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Fazit

Der Gaspreis liegt ab 1. Oktober 2006 um 20 Prozent höher als noch am 31. Dezember 2005. Zeigen wir Verbraucher unserem Gasversorger die Rote Karte. Widersprechen Sie und fordern Sie die Offenlegung der Kalkulation vom Gasversorger. Sie sind nicht alleine. Weit über 900 Kunden vor Ihnen haben den Gasversorgern Ihre Rote Karte gezeigt. Wie das geht, finden Sie hier auf unserer Homepage.

Übrigens:
Der Preis (Stand 15. September 2006) für Normalbenzin an meiner Stammtankstelle ist auf Grund des massiv gefallenen Rohölpreises um 11,6 Prozent gesunken. Ich bin gespannt, ob der Gaspreis dieser Richtung folgt.
 

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