Fairer Gaspreis Kaarst

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Bürgerinitiative fordert massive Gaspreissenkung

BI fordert: Gaspreis runter  -  sofort

 Der Ölpreis der OPEC fällt am 27. Oktober auf ein 30-Monats-Tief, obwohl das Kartell weniger Öl fördert. Der Gaspreis der SWK steigt trotzdem am 1. November zum vierten Mal in 2008. Heizen in Kaarst ist so teuer, wie nie zuvor. Mitglieder der BI widersprechen dieser 4. Gaspreiserhöhung.

Der Börsen-Index “Dax“ ist auf Talfahrt und hat sich seit Jahresbeginn fast halbiert. Der Index der Einkaufsmanager (Geschäftsklima-Index des Ifo-Institutes) ist eingebrochen. Die Geschäftserwartungen sind in Deutschland so schlecht wie seit 1993 nicht mehr. Die deutsche Wirtschaft befindet sich, da sind sich die Fachleute einig, in einer Depression und steht vor einer Rezession (Quelle: WZ vom 25. Okt 08).

Der industrielle und handwerkliche Mittelstand stöhnt wegen der finanziellen Belastung durch die überhöhten Energiepreise. Die Insolvenzen steigen. 

Dies hat Einfluss auf den Ölpreis. Anfang Juli 2008 wurde der Ölpreis mit 147 $ pro Barrel (159 Liter) gehandelt; Ende September 2008 mit 102 $. Der Ölpreis fiel trotz jüngster Senkung der OPEC-Förderquoten am 27. Oktober 2008 mit 60 $ auf den niedrigsten Preis seit März 2007 (Quelle: manager-magazin.de vom 27. Okt 2008). Er fiel nicht nur, weil weltweit die Nachfrage nach Öl sinkt. Er fiel vor allem auch, weil Spekulanten sich vom Öl abwendeten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht den Ölpreis in 2009 um die 60/65 $ pro Barrel. 

Die Stadtwerke Kaarst (SWK) wurden und werden nicht müde, ihren Kunden die Kopplung des Gas-Arbeitspreises an den Ölpreis als Grund für den überhöhten Gas-Arbeitspreises zu vermitteln. International dominiert die Bindung an Rohöl, welche sich auf den Grenzübergabepreis auswirkt. Die Ölpreisbindung ist nicht gesetzlich verankert. Im Grunde handelt es sich um ein klassisches Kartell. Angeblich folgt der Erdgaspreis um drei bis sechs Monate verzögert dem Ölpreis. 

Der Ölpreis ist seit Juli 2008 um ca. 60% gesunken. Nutzen die SWK den Spielraum, um die bisherige Strangulation der Handwerker und Verbraucher zu lockern?  

Nein! Denn die SWK erhöhen am 1.11.2008  - somit pünktlich zu Beginn der kalten Jahreszeit -  zum 4. Mal in 2008 den Gaspreis, so dass dieser dann seit Sylvester 2007 im Tarif Best um 31,7% gestiegen sein wird. 

Ein Heizöllieferant aus Neuss (Name liegt der Redaktion vor) berechnet auf Grund des Ölpreisverfalls 62,4 Cent pro Liter Heizöl (Stand: 21.10.2008), wenn der Kunde 3.000 Liter einkauft.
Der Gaskunde zahlt ab 1. November bei einer Heizleistung von 1.700 m³ Jahresver-brauch 1.373 € (incl. MwSt), der Heizölverbraucher für die gleiche Heizleistung jedoch nur 1.136 € (incl. MwSt).
Der Heizölkunde kann den günstigsten Kaufzeitpunkt abwarten. Der Gaskunde nicht. Er zahlt Monat für Monat den überteuerten Preis. Er ist der Dumme, weil er den Stadtwerken Kaarst seinerzeit vertraute und eine Gasheizung im Keller installieren ließ. Nun ist er den Stadtwerken ausgeliefert. 

Eine Expertin des DIW forderte die Gasversorger auf, ihre Tarife nicht im November 2008 zu erhöhen, um diese dann wieder zu senken. Denn, es ergebe keinen Sinn (Quelle: SPIEGEL online vom 28.10.08).
Aus Sicht der SWK macht es sehr wohl Sinn, den Gaspreis zum 1.November 2008 zu erhöhen, da ab diesem Zeitpunkt die Heizungen Volllast laufen und  der zusätz-liche Profit ganz von alleine in die Schatulle gespült wird. Denn rund 80% des Gas-jahresverbrauches verbrennen die Gaskessel von Oktober bis März (Schwerpunkt November bis Februar).

Laut Bekanntmachung der SWK vom 8. August 2008 schütteten die SWK am 17. Juni 2008 einen Jahresüberschuss aus dem Geschäftsjahr 2007 in Höhe von 1,144 Millionen € an die Gesellschafter aus  [572.000 € an die Stadt Kaarst und 572.000 € an die Niederrheinischen Gas- und Wasserwerke (NGW)]. Dieser Überschuss wurde den rund 5.500 SWK-Kunden durch überhöhte Preise abgenommen und muss an die Kunden zurückgegeben werden. 

Die Bürgerinitiative “Fairer Gaspreis für Kaarst“ fordert die SWK auf:

  • Senken Sie zum 1. Dezember 2008 den Gaspreis um 40%.
  • Reduzieren Sie den Grundpreis erheblich, denn dessen Anstieg im April 2007 um bis zu 40% ist mit nichts zu rechtfertigen. 

Gaskunden der SWK, die mit der Höhe des Gaspreises nicht einverstanden sind, können ganz legal gemäß §§ 305, 307 und 315 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) widersprechen. Über Tausend Gaskunden der SWK haben dies schon getan.

Einen Muster-Widerspruch finden Sie hier.

 

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